Volkswagen erwacht – Carsharing und E-Mobilität

VW erwacht aus Dornröschenschlaf und steht unter Strom

Viel zu lange haben deutsche Hersteller das zukunftsträchtige Feld der E-Mobilität verschlafen. Schlimmer noch, geradezu totgeredet wurde diese Technologie und nur das Nötigste wurde zur Beruhigung der Gewissen investiert. Erst der Abgasskandal und sicher auch der dadurch verursachte Führungswechsel in den konservativen Chefetagen haben die deutschen Hersteller zum Umdenken gezwungen. Außerdem zeigt die Marktentwicklung eine immer stärker werdende Konkurrenz durch den starken E-Mobilitäts-Vorreiter Elon Musk mit seiner Firma Tesla sowie die zahlreichen potentialträchtigen asiatischen Start-ups, die sich auf diese Technologie spezialisieren. Nun beginnt die längst überfällige Aufholjagd der deutschen Autokonzerne – VW, Audi, BMW, Daimler und Co. stehen unter Strom…

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Neue Geldquelle für VW – Sparen für Kunden

Neue Geschäftsfelder locken, die E-Mobilität steht vor der Schwelle sich zu einem lohnenden Absatzmarkt zu entwickeln und auch das Thema Carsharing gewinnt an Bedeutung. Da war es eine Frage der Zeit bis auch VW, allerdings Jahre nach BMW und Daimler mit ihren Carsharing Angeboten DriveNow und Car2Go, ein neues eigenes Carsharing-Unternehmen gründet. Vor Jahren gab es seitens VW schon einen Versuch dazu, der allerdings scheiterte. Nebenbei bemerkt haben BMW und Daimler bereits Ende März angekündigt, ihre Mobilitätsdienste zu fusionieren, auszubauen und Börsenreif zu machen. Dabei werden neben DriveNow mit 1.400 Fzg. (10% Elektro.) und Car2Go mit 1.100 Fzg. (0% Elektro.), beide in der Hauptstadt Berlin, auch Daimlers Taxiservice Mytaxi sowie die BMW-Töchter ChargeNow und ParkNow zu einem starken Unternehmen gebündelt. Höchste Zeit also für VW sich ein Stück des Kuchens zu sichern! Denn nicht nur die Umsätze aus dem Carsharing locken, vielmehr macht sich VW selbst zum Kunden und kann auf einen Schlag mehrere Tausend Fahrzeuge absetzen. Nicht zu verachten ist allerdings auch der dabei entstehende Werbeeffekt, denn viele potentielle Kunden fahren dann VW, lernen „ganz nebenbei“ die Marke kennen und werden so vielleicht später zu neuen Kunden beim Fahrzeugkauf. Außerdem tummeln sich plötzlich tausende Werbeträger auf den Straßen der Großstädte und zeigen eins – VW, VW, VW...

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Kunden genießen den Vorteil, dass die Carsharing-Angebote für Wenigfahrer eine günstige und mit weniger Aufwand verbundene Alternative zum eigenen Auto darstellen. Außerdem werden derzeit noch zu wenig Elektroautos verkauft, daher sind diese im Vergleich zu Autos mit herkömmlichen Antrieben recht teuer. Die Preise werden sich mit steigender Stückzahl ebenfalls kundenfreundlich entwickeln.

VW hat zudem die Möglichkeit über Start-up-Förderungen oder Zuschüsse zu Elektrofahrzeugen vom Staat finanzielle Unterstützung für das Vorhaben zu bekommen.

VW erobert mit „WeShare“ Berlin

Brandaktuell hat VW gestern angekündigt, im zweiten Quartal 2019 in Berlin die Operation „Carsharing-Dienst WeShare“ zu starten. Die erste Angriffswelle wird direkt mit 1.500 rein elektrischen Golf-Fahrzeugen Berlin einnehmen. Als Nachhut werden geplante 500 e-Ups, ebenfalls rein elektrisch angetrieben, leise nachrücken um die deutsche Hauptstadt zu sichern. Auch an den Nachschub denkt VW bereits, ab 2020 werden die ersten Modelle der neuen Volkswagen I.D.-Familie die einstigen Eroberer ablösen und die Ladesäulen besetzen. Junge einheimische Berliner, die wie in Großstädten üblich ohne eigenes Fahrzeug ihre Stellungen wechseln, sollen zum Überlaufen auf die neue lautlose Fortbewegungs-Alternative gebracht werden, so das Ziel der VW-Generäle.

Volkswagen AG – Carsharing-Dienst WeShare – e-Golf vor Brandenburger Tor

Selbstverständlich wird es nicht bei Berlin bleiben, weitere deutsche Großstädte werden bereits erkundet und nach und nach erobert, so die Pläne von VW. Ab 2020 stehen laut VW weitere Großstädte mit mehr als einer Million Einwohnern in europäischen Kernmärkten, sowie ausgewählten Städten der USA und Kanada auf der Eroberungsliste.

Was die VW-Strategen noch elektrisch planen

Parallel zu WeShare wird über die bereits gegründete VW-Marke MOIA die App-basierte Fahrtenvermittlung als Ridepooling-Service (professioneller Shuttle-Service bei dem man das Fahrzeug mit anderen teilt, die in die selbe Richtung wollen) im Bereich der On-Demand-Mobilität weiter ausgebaut. Ein Praxistest läuft bereits in Hannover mit 20 VW T6 Minivans. Ab Ende 2018 soll beispielsweise in Hamburg ein Shuttledienst mit 200 elektrischen VW-Transportern angeboten werden. 2020 sollen weitere Städte folgen.

Spannend bleibt…

…wie VW sich das Laden der bereits jetzt vorgesehenen 2.000 Elektrofahrzeuge in Berlin vorstellt. Dazu muss sicher noch eine gute Infrastruktur an Ladesäulen mit festen Parkplätzen geschaffen werden. Und besonders in Großstädten wie Berlin ist Platz bekanntlich Mangelware.

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