Timberjack's Göttingen – Ein Bulle in der Wirtschaft

Wirtschaft² – Eine Wirtschaft für die Wirtschaft

Wer finanz.management kennt der weiß, dass wir neben unserem Wiki regelmäßig in diesem Blog über alles rund um Geld, Finanzen, besondere Unternehmer und die Wirtschaft berichten. Es gibt aber auch noch eine andere Bedeutung der Wirtschaft. Die Älteren unter uns kennen das Wort nämlich noch für eine Gaststätte, vor allem in Süddeutschland wird es auch heute noch verstanden. Also im doppelten Sinne ein Anlass für uns, einmal eine moderne Wirtschaft, wie man heute sagen würde eine Erlebnisgastronomie, aus eben wirtschaftlicher Sicht zu betrachten. Wir zeigen Euch ein modernes Beispiel und schauen aus Gast- und Investorensicht auf Systemgastronomie, Gastronomie-Ketten und Fanchise-Konzepte.

Der Boom der Gastronomie

Die meisten haben schon mitbekommen oder erleben es selbst, dass sich die Gastronomie in Deutschland seit Jahren wieder in deutlichem Aufschwung befindet. Vielen geht es wirtschaftlich gut, „man“ leistet sich was, geht wieder gern zum Essen aus, lässt sich verwöhnen und genießt eine Auszeit abseits des Alltags. Ein Zug auf den immer mehr Unternehmer aufspringen, um auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Nur wie hebt man sich ab, bei der vielen Konkurrenz? Was ist das richtige Konzept? Was kann man dem Kunden neues bieten, um ihn vom heimischen Ofen wegzulocken und in's eigene Geschäft zu ziehen?

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Gastro im Wandel der Zeit

Der Schlüssel scheint die Erlebnisgastronomie zu sein, dem Gast eben mehr als ein warmes Essen und ein kühles Blondes zu bieten. Entertainment für die Sinne! Die Augen und Ohren rücken neben dem Schmecken in den Fokus und entführen den Gast in einen Kurzurlaub durch geschickt gestaltetes, exotisches Flair, doch dazu unten mehr…

Vorbei scheint die „Geiz ist Geil“- und „Hauptsache schnell“- Mentalität der Fastfood-Generation Y, die von Hause aus leider oft schon kein gutes Essen mehr gewohnt ist, u.a. weil „Muttern“ den Herd nur zum Ablegen der Bringdienst-Flyer benutz und der Kühlschrank nicht mehr als Fertiggerichte für die Mikrowelle bietet. Viele haben auch die liebevoll „Presspappe“ genannten Burger der Großketten Mecces und Co. einfach satt und glauben der „Bei uns ist doch alles so gesund“-Werbung nicht mehr. Und das ist auch gut so!

Dass trotzdem auch größere System-Gastronomie-Ketten in der heutigen Zeit funktionieren, sieht man an einigen Beispielen, selbst wenn diese leider meist nur Convenience Food, also industriell vorgefertigte Lebensmittel, aus der Fritteuse oder Mikrowelle, für nicht gerade Schnäppchenpreise anbieten.

Neue Zeiten sind angebrochen, ein einfach klingender Burger darf heutzutage auch gern gesund zubereitet sein, lecker aussehen und vor allem gut schmecken, dann ist der Kunde auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Ganz neue Trends schwappen aus Amerika und anderen Ländern nach Deutschland, ein ordentliches Dry Aged Beef muss der ein oder andere erst noch kennen und schätzen lernen. Dann versteht er auch, dass allein durch den Reifeprozess des Fleisches ein Gewichtsverlust von bis zu 30% entsteht, der natürlich zu einem höheren Preis führt.

Das Timberjack's Göttingen – der neue Trend

Stolze 500 Festmeter Harzer Stammholz umrahmen das Ende 2016 fertiggestellte, 660 Quadratmeter große, rustikale Gebäude – Das Timberjack's Göttingen.

Timberjack's Göttingen – Rechts der Haupteingang, links Teil der Außenterrasse

Massiv und hochwertig wirkt der Rocky-Mountain-Blockhaus-Stil und empfängt seine Gäste mit 250 Sitzplätzen im Innenbereich sowie 150 Außenplätzen, die sich um die sonnige Süd-West-Seite des Gebäudes ziehen. Besonders gut gefällt mir im Außenbereich die gemütliche, offene Feuerstelle, vor der im Sommer regelmäßig Livemusik-Events stattfinden. Der Eingangsbereich empfängt den Fleischliebhaber direkt mit einem hinter Glas liegenden Dry Aging Raum, der mit zahlreichen Rinderhälften im Reifeprozess den Qualitätsanspruch dieses Betriebes unterstreicht. Zahllose Details die schnell erkennen lassen, dass hier bestimmt nicht an falscher Stelle gespart wurde, entführen die Gäste auf einen glaubhaften Kurztrip in die traumhaften Rocky-Mountains. Verschiedene stilecht eingerichtete Bereiche laden den Gast zum Genießen ein. Vom gemütlichen Lounge-Bereich am riesigen Kamin, über verschiedene, abgesetzte Areas für kleine bis große Gruppen, bis hin zum amerikanisch weiträumig gehaltenen Hauptgastraum, sollte für jeden Geschmack ein Plätzchen im gut besuchten Restaurant zu finden sein. Die Main Area hat, neben einer langen und übrigens auch gut ausgestatteten Theke, als Besonderheit eine 9x3 Meter große Multimedia-Wand als LED-Bildschirm zu bieten, auf der meist Naturfilme passend zum Restaurant-Style die Träume der Gäste beflügeln. Generell ist eine Tisch-Reservierung übrigens absolut zu empfehlen.

Timberjack's Göttingen – Main Area mit Multimedia-Wand und stilvoller Theke

Im Timberjack's ist nicht nur der Bulle los

Was macht ein Bulle in der Wirtschaft? Klar, er bockt und dreht durch! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der vor Ideen strotzende Unternehmer Thomas Kemner hat eine echt amerikanische Bullriding-Area integriert, die mutigen und abenteuerlustigen Gästen für einen kleinen Ausritt, den Wettbewerb unter Kumpels, oder vielleicht den besonderen Junggesellenabschied zur Verfügung steht, übrigens kostenfrei. Hier kann jeder testen, was er drauf hat und übrigens hält sich ein echter Cowboy nur mit einer Hand fest! ;D Für noch mehr Abwechslung sorgen auch die donnerstags veranstalteten Live-Musik-Events, bei denen internationale Musiker auftreten und für eine schöne Atmosphäre sorgen. Exklusiv für Euch haben wir hier den neuen Imagefilm des Timberjack's, der für Gäste, wie auch für interessierte Investoren die Rocky Mountains der deutschen Gastronomie näher bringt.

Qualität neu definiert – So läuft die Wirtschaft

Die Zeichen der Zeit erkannt hat Kemner, der sich mit diesem Unternehmen auch seinen eigenen Traum erfüllt. Schon aus eigener Passion legt er Wert auf gesundes, hochwertiges Essen. Daher kommen in seinem Restaurant Rinder der Rasse Limousin von einem ausgewählten Biohof in Italien und von einem regionalen Landwirt aus dem Raum Kassel auf den 1000°C heißen Grill. Ein Anliegen ist ihm der Verzicht auf Konservierungsmittel oder den Einsatz von zu viel Zucker, wie dies leider heutzutage verbreitet ist. Besonders gut finde ich, dass man der Speise-Karte deutlich anmerkt, dass diese von Kemners internationalen Reisen erfrischend inspiriert wird. Nicht nur hochwertige Steaks, saftige Spareribs, klasse Burger-Variationen, sondern auch Mexican Food oder einfach mal ein echtes Grillhähnchen erwarten den Gast. Viele weitere Leckereien und exotische „side order“ runden das Speiseangebot ab und machen mir nebenbei bemerkt gerade das Schreiben schwer ;) Bis hin zu den gelungenen Soßen wird hier auf „Convenience Food“ verzichtet und tatsächlich alles im Hause hergestellt. Das findet man heutzutage leider selten, aber hier werden selbst Kuchen und Desserts selbstgemacht, natürlich passend im American-Style. Eine Empfehlung sind die Cheese-Cake-Variationen und die typisch amerikanischen, geradezu riesigen Eisbecher. Das Eis sei übrigens mit Olivenöl hergestellt und ist dadurch selbst bei Laktoseunverträglichkeit gut bekömmlich, schwärmt Kemner. Manch einem wird sicher auch gefallen, dass es nur halb soviele Kalorien wie herkömmliches Eis haben soll. Geschmeckt hat es mir sehr gut, gewogen habe ich mich allerdings noch nicht… Ach ja, last but not least möchte ich einfach mal das wirklich nette und kompetente Service-Personal erwähnen, auch und besonders dadurch habe ich mich im „TJ“ schon oft so wohl gefühlt wie es sein sollte. Hier hat man erkannt, worauf es ankommt – weiter so!

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Wie entwickelt sich diese „Wirtschaft“

Göttingen brummt, vor allem was das Konzept Timberjack's betrifft, das sieht man. Daher ist der Unternehmer Thomas Kemner mit seinen Investoren bereits mit den nächsten round about fünf Millionen Euro unterwegs in Kassel, denn dort entsteht derzeit das zweite Timberjack's zwischen Auestadion und dem Einkaufszentrum „dez“, das Anfang 2019 eröffnet wird. Dort werden übrigens gleich neben dem „TJ“ einige kleine Blockhäuser, im amerikanischen Motel-Style, für Übernachtungsgäste mit gebaut. Das Unternehmen entwickelt sich also weiter... Will man ein so neues Konzept vor der immer drohenden Konkurrenz verbreiten, muss man eben schnell sein, das scheint auch Kemners Motto zu sein. Daher haben er und seine Truppe bereits aufgesattelt um die Stadt Siegen zu erobern, denn dort wird das Timberjack's Nummer drei gebaut. Man braucht keine Glaskugel um zu sehen, dass die Bäume schon gewachsen sind, um weitere Timberjack's in anderen Gegenden zu bauen. Für interessierte Investoren und Unternehmensgründer bleibt spannend, ob die derzeitigen TJ-Investoren das Konzept weiter selbst vorantreiben, oder ob es einmal als Franchise-Variante betrieben wird. Ich bin sicher, dass sich die Rocky-Mountains mit weiteren Bullen verbreiten werden... ;) Dabei viel Erfolg!