Stromnetz vor Zusammenbruch – E-Mobilität gibt den Rest

Stromnetz Europas stand Sekunden vor Zusammenbruch

Am 10. Januar 2019 war es wieder so weit. Was von uns allen zum Glück bisher meist unbemerkt im Hintergrund abläuft, kommt tatsächlich mehrfach jedes Jahr vor und zeigt, wie nah wir teilweise an einem großflächigen Zusammenbruch des europäischen Stromnetzes stehen. Nur wird es nicht immer der Öffentlichkeit bekannt gegeben.. Dieses mal meldete die Energie-Regulierungskommission (CRE), dass am Abend des 10.01. die Stromfrequenz des europäischen Stromnetzes deutlich unter den Standardwert von 50 Herz einbrach. Dies führe laut Experten bereits zu Einschnitten bei der Stromversorgung. Ein Grenzwert von 48 Herz wird als Schwelle für einen kompletten Zusammenbruch des Stromnetzes genannt. Davon sei Europa nur noch einen kurzen Moment entfernt gewesen.

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So konnte der Super-GAU gerade noch verhindert werden

Nur durch ein schnelles Eingreifen des französischen Übertragungsnetz-Betreibers RTE konnte laut CRE im Stromnetz der Super-GAU verhindert werden. So forderte RTE um 21:02 Uhr bestimmte unterbrechbare industrielle Verbraucher in Frankreich auf, ihren Stromverbrauch sofort um mehr als 1.500 MW zu senken. Nur dank der Reaktionsfähigkeit dieser Unternehmen sei der Zusammenbruch des Stromnetzes vermeidbar gewesen. Verursacht hat das Problem übrigens nicht Frankreich...

Wer hat's verbockt?

Das Europäische Netz hängt wie ein großen System zusammen und beeinflusst sich gegenseitig. So ist RTE zusammen mit einigen europäischen Partnern dafür verantwortlich, ein Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und dem ständig schwankenden Stromverbrauch herzustellen. Gemäß einem Bericht der österreichischen Zeitung "Der Standard", die auf den österreichischen Übertragungsnetz-Betreiber APG verweist, war im Gebiet des deutschen Unternehmens TenneT "ein Datenfehler an einem Netzregler" die Ursache. Dieses Unternehmen betreibe das gesamte Übertragungsnetz der Niederlande und einen großen Teil des Stromnetzes in Deutschland.

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E-Mobilität gibt dem Strom-Netz den Rest

Dunkle Aussichten für die Zukunft drohen. Mit dem Strom geht das Licht aus und noch viel mehr... Totalausfälle der Stromversorgung, wie diese bei den Amerikanern schon fast an der Tagesordnung sind, blühen nun auch zunehmend unserem Stromnetz. Allerdings hat es bei uns in Europa andere Ursachen, hier liegt es nicht am maroden Strom-Netz wie in Amerika, sondern hauptsächlich am stark gestiegenen Energieverbrauch.

Und ausgerechnet jetzt will die Politik den deutschen Stromverbrauch vervielfachen?! Ja tatsächlich, denn als Rettung vor dem unbeliebten Abgas-Skandal und als Heilmittel gegen Diesel-Fahrverbote kommt die E-Mobilität den Politikern gerade recht. Hier wittern die Lobbyisten der Autoindustrie eine publikumswirksame Chance, den Wählern eine für die Umwelt angeblich gute Lösung anzupreisen.

E-Auto an Ladestation – Doch was passiert wenn alle E-Autos laden?

Doch was passiert wenn alle auf E-Mobilität umsteigen? Vergleichen wir einmal grob den Verbrauch eines Elektro-PKW mit einem 2-Personenhaushalt in einem Jahr. Angenommen man fährt 20.000 km pro Jahr zur Arbeit (Berufspendler) zuzüglich 15.000 Freizeit-km rein elektrisch. Dann bräuchte der E-PKW bei einem realistisch angenommenen Verbrauch von 21,5kWh/100km (Mittelwert aus ADAC-Test von 12 PKW) in einem Jahr 7.525kWh! Als Vergleichswert benötigt ein 2-Pers.-Haushalt (mit hohem Verbrauch) pro Jahr laut Bundesstatistik 2.000-3.100kWh! In diesem Beispiel verbraucht der E-PKW ca. das 3-Fache des 2-Personenhaushaltes. Ich denke, auch ohne Euch hier mit weiteren Berechnungen zu langweilen, sieht man schnell was passiert, wenn alle Haushalte auf E-Autos umstellen und sich dadurch der Verbrauch alleine der Privathaushalte mal eben vervielfacht?! Dazu habe ich komischerweise noch nichts, vor allem keine Lösung, von der Politik gehört! Hier besteht dringender Handlungsbedarf, sonst geht uns das Licht aus!

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Das sollte man bei E-Mobilität auch nicht vergessen

Es wird gern mal verschwiegen, welche Umweltprobleme durch die Akku-Herstellung bzw. Akku-Entsorgung entstehen und wie beispielsweise der Strom für die E-Autos hergestellt wird. Denn noch wird der Strom in Deutschland (bundesweiter Durchschnitt 2016) so produziert:

  • 41,8% Kohle
  • 28,8% erneuerbare Energien gefördert nach EEG
  • 14,3% Kernkraft
  • 9,5% Erdgas
  • 3,2% sonstige erneuerbare Energien
  • 2,4% sonstige fossile Energieträger

Es werden also bislang nur 32% des Stromes in Deutschland durch erneuerbare Energien erzeugt, also laden E-Autos derzeit noch keineswegs umweltfreundlich, sofern sie überhaupt eine (freie) Ladestation finden...

Dass die Politik darüber hinaus die Stadtbusse, den LKW-Fernverkehr und die derzeitigen Diesel-Lokomotiven der Bahn elektrifizieren will, möchte ich mir lieber mit dem aktuellen Stromnetz nicht vorstellen.