Börse im Bärenmarkt – Kommt der Crash?

Bär oder Bulle? Was machen sie an der Börse?

Sie sind die traditionellen Symbole des Aktienhandels, der Bär und der Bulle. So stehen sie auch als überlebensgroßen Bronze-Skulpturen vor der Frankfurter Börse und reflektieren das Auf und Ab am Börsenmarkt. Der Bär symbolisiert den Abwärtstrend an der Börse, während der verteidigende, stattliche Bulle Aufbruch und Optimismus repräsentiert. Man spricht daher vom „Bärenmarkt“ bei fallenden Kursen oder dem „Bullenmarkt“ bei steigenden Kursen. Und wie immer an der Börse steht die Frage im Raum welcher der beiden sich durchsetzt.

Der DAX der Letzen 10 Jahre

Die letzten 10 Jahre herrschte beim DAX (Deutscher Aktienindex) überwiegend ein Bullenmarkt vor. Notierte der DAX am 05. März 2009 noch unter 3.700 Punkte, folgte die Jahre danach eine ordentliche Kursrallye bis auf fast 13.600 Punkte am 23.01.2018. Einige Male fanden Kurskorrekturen von beispielsweise über 2.300 Punkten zwischen Juli und September 2011 oder 3.300 Punkten von April 2015 bis Februar 2016 statt. Ab Februar 2016 startete der DAX erneut von unter 9.000 Punkten auf sein bisheriges Allzeithoch von 13.596,90 Punkten im Januar 2018. Seitdem setzt sich der Bärenmarkt immer stärker durch und drückte den DAX vor kurzem auf unter 11.400 Punkte, also ein erneuter Einbruch um ca. 2.200 Punkte. Aktuell mit Stand 22.10.2018 - 12:58 Uhr befindet sich der DAX leicht stabilisiert bei 11.623 Punkten, wohl auf Grund überraschend anziehender chinesischer Indizes, doch wie geht es weiter?

Update 23.10.2018 - 10:15 Uhr – DAX stürzt weiter ab

Gestern noch liefen die chinesischen Indizes erstaunlich gut und unterstützten den DAX, heute zeigen diese jedoch einen deutlichen Kursrutsch. # CSI-300-Index (300 wichtigste Werte des chin. Festlands) verlor fast 3%. # Hang-Seng-Index (Hongkong) fiel kurz vor Handelsschluss um mehr als 3%. # Nikkei sackte um 2,67% ab. Dadurch lassen die asiatischen Börsen den DAX erneut abstürzen. Zum heutigen Handelsbeginn gab der DAX 1,5% auf 11.340 Punkte nach und zog den EuroStoxx gleich mit in's Minus. Börsianer unken schon, dass durch die aktuelle Verkaufswelle die für den DAX wichtige Marke bei 11.000 Punkten getestet wird. Sollte diese psychologisch wichtige Schwelle unterschritten werden, wird mit einer weiteren Verkaufswelle gerechnet. Als zusätzlicher Effekt könnte dann auch das Auslösen von automatischen Verkaufsordern verstärkt eintreten und ein beschleunigtes Abrutschen des DAX verursachen. Aktuell (10:15 Uhr) notiert der DAX bei 11.271 Punkten und ist somit heute bereits 2.2% im Minus. Es bleibt spannend... ;)

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Folgendes führte u. a. zur aktuellen Kurskorrektur

Seit Jahresbeginn hat der DAX bereits mehr als 10 Prozent verloren, man spricht bei dieser Stärke offiziell von einer Kurskorrektur. Besonders folgende Punkte lassen den Bären stärker werden und führen zu der Kurs-Nervosität am Markt, die den Index derzeit drückt.

  • Viele Aktiengesellschaften enttäuschen derzeit mit ihren Quartalsergebnissen – und die Berichtsaison hat erst begonnen
  • Umsatzrückgänge, Gewinneinbußen, schlechtere Prognosen der wirtschaftlichen Zukunft häufen sich
  • Eintrübung der Gesamtkonjunktur
  • Krise der deutschen Autoindustrie
  • Strenger werdende Geldpolitik der Notenbanken
  • Steigende Zinsen in den USA
  • Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der EU
  • Schleppende Brexit-Verhandlungen, dadurch Unsicherheit bzgl. UK
  • Innereuropäische Konflikt bzgl. der italienischen Haushaltspolitik
  • Starke Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens durch Ratingagenturen
  • Spannungen im Konflikt mit Saudi-Arabien
  • Gewinnmitnahmen vorsichtiger Anleger

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Wer setzt sich durch, Bär oder Bulle?

Derzeit gehen viele davon aus, dass einige der genannten Negativeinflüsse noch längere Zeit bestehen werden und diese so die Anleger weiter verunsichern. Verstärkt durch die eingetrübten Konjunkturaussichten ist weiterhin mit schlechten Unternehmensnachrichten zu rechnen, die zu weiteren Kurskorrekturen führen können. Börsenhandel hat bekanntlich viel mit Psychologie zu tun und so steigt mit längerer Verunsicherung auch das Risiko. Man überlege sich, was wohl passiert, wenn zu einem so angespannten Markt noch eine gravierende Negativnachricht aus der Welt hinzu käme… Börseneinbrüche gab es in der Vergangenheit schon oft, die Frage ist nur ob es bei einer Kurskorrektur bleibt, oder ob es ein handfester Börsencrash wird. Sehr langfristige Aktiendepots überstehen bekanntlich beides, jedoch sollten Anleger die ihr Kapital in absehbarer Zeit benötigen, dringend über ein Umschichten nachdenken, sofern sie einen Crash befürchten. Börsenprofis sagen übrigens auch, dass ein Anleger sich trauen sollte bei fallenden Kursen zu verkaufen und nicht der menschlichen Schwäche unterliegen sollte zu hoffen, dass es schon wieder aufwärts geht. Denn das tut es – zumindest eben kurzfristig – leider nicht immer… Der Bär scheint sich also derzeit weiterhin gegenüber dem Bullen an der Börse durchzusetzen. Natürlich kann kein Mensch die Entwicklung an den Börsen vorhersehen, daher weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass wir keinerlei Handlungsempfehlungen oder Beratung geben!