Influencer im Fokus der Finanzämter - Produkte richtig versteuern

Diese Steuern „vergessen“ viele Influencer

Egal wie lange Ihr als Influencer dabei seid, auf welchen sozialen Netzwerken Ihr Euch tummelt und ob Ihr schon zu der Liga der Großverdiener oder eher zu den Anfängern gehört, ist doch den Meisten eins gemeinsam... Nur zu gern wird, oft sogar aus Unwissenheit, manchmal sicher aber auch aus Absicht, das Eine oder Andere bei der Steuer „vergessen“. Und das kann empfindliche Strafen nach sich ziehen! Besonders das Angeben und somit die Versteuerung von sogenannten Sachleistungen, wie beispielsweise der vom Hersteller „geschenkten“ teuren Designer-Handtasche oder der hochwertigen Kameraausstattung für einige tausend Euro, wurde in der Vergangenheit oft einfach weggelassen.

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So sehen es die Finanzämter

Nicht nur Bares ist Wahres sagen die Finanzämter, sondern auch Sachleistungen wie kostenlose Produkte, die Influencer vom Hersteller erhalten, müssen versteuert werden! Genau dabei heißt es jetzt aufpassen, denn auch Finanzämter haben Internet ;) und so haben deren Spürnasen bereits die Witterung der Influencer aufgenommen und werden schnell mal vom virtuellen Follower zum Live-Gast bei einer Steuerprüfung im realen Leben. Strafzahlungen, Steuerschätzungen auf Grund mangelnder Nachweise/Belege und Steuernachzahlungen können die schmerzliche Folge sein. Nicht zuletzt wird, nachdem man einmal negativ beim Finanzamt aufgefallen ist, die Folgejahre gern besonders genau geprüft und das möchte man ja auch ungern haben ;) Wie Ihr Ärger mit dem Finanzamt vermeidet, zeigen wir Euch…

Kostenlose Produkte, Sachleistungen, Gratisproben, richtig versteuern

Glücklich ist, wer als Influencer oder Blogger kostenlose Produkte von Unternehmen bekommt. Der Wunsch des Unternehmens ist natürlich, dass der Influencer diese testet und geschickt, also werbewirksam, in Postings platziert. Hier lauert eine häufige und zugegeben auch verlockende Falle, in die Influencer oft tappen und genau das kann eine Menge Ärger mit dem Finanzamt verursachen. Auch wenn das Produkt gern als Geschenk gesehen wird, zählt es im Steuerrecht zu den Sacheinnahmen und muss, nach § 8 Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes, sehr wohl wie folgt versteuert werden.

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Zitat aus genanntem Gesetz: „Einnahmen, die nicht in Geld bestehen […], sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen.“ Vereinfacht heißt das für Influencer: Erhält man ein Gratisprodukt, sollte man in einem Onlineshop oder im Einzelhandel den Verkaufspreis recherchieren und diesen als Einnahme durch dieses Produkt in seiner Buchhaltung vermerken. Es empfiehlt sich daher einen möglichst günstigen Preis zu suchen und diesen per Screenshot, Ausdruck, Kopie, Preisprospekt oder vergleichbarem als Nachweis für das Finanzamt zu archivieren. Legt Euch dazu von Anfang an eine Liste bzw. Tabelle (bspw. Excel) und einen Nachweisordner für das Finanzamt an, so dass Ihr alles lückenlos nachweisen könnt.

Ausnahmen von dieser Steuerpflicht:

  • Bis zu einem Wert von 10 Euro sind Werbe- und Streuartikel nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 29. April 2008 steuerfrei.
  • Produkte die man ungefragt oder nur zum Testen für einen bestimmten Zeitraum erhalten hat, sind steuerfrei wenn man diese zeitnah zurückschickt. Diese gelten nämlich als „wirtschaftlich nicht zugeflossen“. Hebt über das Zurücksenden auf alle Fälle Nachweise auf und archiviert diese ebenfalls.
  • Für den Influencer fallen keine Steuern an, wenn das Unternehmen das Produkt pauschal versteuert, sofern das Produkt einen Wert von 10.000 Euro nicht überschreitet. Lasst Euch hierzu, falls dies nicht aus einem Kooperationsvertrag oder ähnlichem hervorgeht, unbedingt einen Nachweis des Unternehmens ausstellen und archiviert diesen. Handelt es sich um mehrere pauschal versteuerte Produkte in einem Wirtschaftsjahr, die der Influencer vom selben Unternehmen erhält, darf der Gesamtwert 10.000 Euro nicht überschreiten, ansonsten fallen Steuern an.

Genannte Steuerfreiheit gilt für die Einkommensteuer. Umsatzsteuer kann fallabhängig trotzdem fällig werden.

Steuerlast der Influencer

Wie immer lässt der Staat keine Gelegenheit aus, ordentlich und vor allem unterschiedliche Steuern zu kassieren. Auf Influencer kommen besonders folgende Steuern zu:

Auf diese Steuern, die erforderliche Gewerbeanmeldung und mehr, gehen wir in unserem nächsten Blogpost näher ein.

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Wichtiger Hinweis!

Wir möchten Euch darauf hinweisen, dass wir hier Beispiele und Ideen aufzeigen und ausdrücklich keine auf bestimmte Personen zugeschnittene steuerrechtliche oder generell rechtliche Beratung geben! Bitte zieht hierzu bei Bedarf einen Fachmann hinzu und lasst Euch auf Eure Situation zugeschnitten beraten. Unsere Texte stellen außerdem keine Handlungsaufforderung dar.