Donald Trump zieht Harley-Davidson und Co. in den Handelskrieg

Trumps Angriff zum Handelskrieg

Eines steht fest, der von Donald Trump ausgelöste Handelskrieg betrifft zunehmend die globale Wirtschaft und jeder einzelne von uns wird die Auswirkungen zu spüren bekommen. Und damit ist nicht nur jeder Deutsche oder Europäer gemeint, sondern genauso unsere amerikanischen Freunde, die Kanadier, Mexikaner, Chinesen… ja alle die konsumieren.

Man fragt sich ob diese egozentrische Person im Weißen Haus nicht doch den Überblick über die Zusammenhänge verloren hat, sich den Auswirkungen des eigenen Handelns nicht bewusst ist. Fakt ist, dass er seine ursprüngliche Absicht, durch Protektionismus die amerikanische Wirtschaft zu stärken, klar verfehlt hat. Schlimmer noch, hat er mit seiner verbohrten und unbelehrbaren Art, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, Jahrzehnte der erfolgreichen Globalisierung zunichte gemacht.

Donald Trump mit dem Kopf durch die Wand, ohne Rücksicht auf Verluste!

Doch jetzt kommen auch für ihn und seine inländische Industrie die Einschläge näher, trifft es genau die die er fördern und schützen wollte, seine Freunde – wie die Führung und Mitarbeiter von Harley-Davidson – die er vor kurzem noch propagandawirksam in das Weiße Haus zum Feiern Ihrer wirtschaftlichen Stärke und des von Trump angepriesenen zukünftigen Wachstums eingeladen hat. Die gravierenden Auswirkungen seines Handelns, sieht man beispielhaft an genau diesem Unternehmen, einem der Sinnbilder der kurzen amerikanischen Geschichte, das nun zwischen die Fronten gerät.

Gegenschlag – Harley-Davidson trifft es doppelt hart

Das hat der amerikanische Präsident Donald Trump sich sicher anders vorgestellt. Die von Ihm selbst verhängten Strafzölle, beispielsweise 25% auf Stahl und 10% auf Aluminium, treffen natürlich auch seine eigenen Produzenten die teilweise auf diese Güter angewiesen sind. Diese Unternehmen sind unter Druck geraten, da Sie die dadurch steigenden Herstellkosten nur schwer an ihre Kunden weiter geben können.

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Als wäre das für Unternehmen wie Harley-Davidson nicht schon hart genug, werden sie auch noch von den Gegenmaßnahmen der betroffenen Handelspartner erwischt. Denn beispielsweise die EU hat bereits Vergeltungszölle auf bestimmte amerikanische Produkte wie Whiskey, Jeans, Reis, Mais und eben auch Motorräder eingeführt. In diesem Fall werden zu den ursprünglichen 6% Zoll noch zusätzlich 25% auf in die EU eingeführte Motorräder der Firma Harley-Davidson erhoben. Auch wenn Harley-Davidson derzeit vorhat, die Erhöhung vorerst nicht an den EU-Kunden weiter zu reichen, bleibt abzuwarten wie lange das Unternehmen das durchhält. Der von Trump begonnene Handelskrieg führt bei Harley-Davidson laut Unternehmensangaben allein bis Jahresende 2018 zu Mehrkosten von 30 bis 45 Millionen Dollar, jährlich sogar 90 bis 100 Millionen Dollar. Immerhin ist Europa mit fast 40.000 verkauften Harleys in 2017, nach den USA, der zweitwichtigste Markt für Harley-Davidson.

Dank Donald Trump ziehen über Harley-Davidson dunkle Wolken auf

Trumps Schuss ging kräftig nach hinten los!

Trumps Ziel gemäß seinem eigens geschaffenen Leitspruch „America first“, mit seinen Einfuhr-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium die Wirtschaft der USA zu stärken und Arbeitsplätze im Land zu schaffen, hat nun einen herben Rückschlag erlitten.

Ausgerechnet Trumps „made in America“-Vorzeige-Firma Harley-Davidson zieht jetzt erste Konsequenzen und schließt laut Management eine Fabrik in den USA und vernichtet damit in einem ersten Schritt immerhin 350 Arbeitsplätze in Amerika, um mit einem neuen Werk in Thailand die negativen Effekte von Trumps Handelskrieg zu umgehen. Innerhalb von 9 bis 18 Monaten möchte Harley-Davidson die Produktion für den europäischen Markt ins Ausland verlagern, um so u.a. die neuen Strafzölle der EU zu umgehen. Glückwunsch Mr. Präsident, Ihr unüberlegtes „America first“ schadet allen, nicht zuletzt auch Ihrem Volk!

Strafzölle, Vergeltungszölle im Teufelskreis

Die Gesamthöhe der EU-Vergeltungszölle ist übrigens derzeit so ausgelegt, dass diese ziemlich genau den Schaden ausgleichen, der der EU durch die US-Strafzölle entsteht. Aber wer denkt, dass es dabei bleibt? Umgehend hat der Präsident neue Geschütze aufgefahren und angekündigt, dass er gegen die Vergeltungszölle der EU mit zusätzlichen Strafzöllen auf beispielsweise Autoimporte aus der EU reagieren wird. Wie soll es auch anders sein, wird dann natürlich eine entsprechende Reaktion der EU folgen, die auch bereits angekündigt ist.

Ich denke, dass sich aus diesem wahnwitzigen Handelskriegsspiel eine Spirale neuer Zölle ergeben wird, so dass man nach Strafzöllen, Vergeltungszöllen, Rachezöllen schon mal über neue Superlative der Zollwörter nachdenken sollte. Dazu gibt es ja zum Glück auch noch andere Sprachen, denn zu diesen teuren Spielchen hat Trump bereits andere Länder wie China, Mexico und weitere eingeladen.

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Gewinner des Handelskrieges

Eines ist klar, die betroffenen Unternehmen werden die hohen Zölle nicht dauerhaft abfedern können oder wollen, so dass die Zeche wie immer irgendwann der Endkunde in Form deutlich teurerer Produkte zahlt. Gratulation, das betrifft uns alle und Gewinner wird es bei diesem unnötigen Krieg wohl nicht viele geben. Einige Kunden nutzen jetzt noch schnell die Möglichkeit zum Sparen, bevor die Händler ihre Produktpreise anpassen. Harley-Davidson verkauft daher derzeit in Europa 20-30% mehr Bikes, da wohl doch einige Kunden mit deutlich steigenden Preisen durch den Handelskrieg rechnen, auch wenn der Hersteller derzeit ausdrücklich keine Preiserhöhung vor hat. Aber wen interessiert schon das Geschwätz von gestern... Man kann allerdings davon ausgehen, dass das vorgezogene Käufe sind, die dann später in den Umsatzbüchern fehlen werden, vor allem falls die Preise dann doch deutlich steigen sollten.