Elon Musk – Wer er ist & warum Tesla von der Börse soll

Elon Musk – Von 0 auf 47

Wir schreiben das Jahr Null auf der Zeitreise des am 28. Juni 1971 im südafrikanischen Pretoria geborenen Elon Reeve Musk. Schon mit 17 wanderte er zum Studium nach Kanada aus, allerdings in erster Linie um dem Wehrdienst in der südafrikanischen Armee zu entgehen. Während des Studiums wechselte er in die USA und beendete dort sein Studium mit einem Bachelor in Volkswirtschaftslehre und Physik. Musk besitzt drei Staatsangehörigkeiten, die seines Geburtslandes Südafrika, eine von Kanada und eine der USA. Aus erster Ehe mit der Fantasyschriftstellerin Justine Wilson hat Elon Musk fünf Söhne. Offensichtlich hatte er bereits damals ein Händchen für Optimierung und gebar zuerst Zwillinge, dann Drillinge. ;) Einige Scheidungen und Ehen wechselten sich ab, aber darum soll es ja hier nicht gehen…

Zahlreiche Unternehmensgründungen und Beteiligungen machten den heute 47-Jährigen Elon Musk mit einem geschätzten Vermögen von 21,8 Milliarden US-Dollar extrem reich. Damit belegt er aktuell Platz 40 auf der von Forbes bewerteten Real-Time-Liste der weltweit reichsten Menschen mit Stand 09.08.2018.

Wie Elon Musk reich wurde – Seine Unternehmen

>> Eilige kommen hier direkt zum nächsten Kapitel – Tesla aktuell. <<

Zip2, sein erstes Unternehmen, gründete er im Jahr 1995 gemeinsam mit seinem Bruder Kimbal. Es handelte sich hier um ein sogenanntes Dotcom-Unternehmen. Bereits 1999 konnten die Brüder das Unternehmen für einen Rekordpreis von 307 Millionen US-Dollar an den bekannten Computerhersteller Compaq verkaufen. Elon Musk bekam für seine Anteile wohl 22 Millionen US-Dollar, die eine gute Grundlage für weitere Geschäfte bildeten.

1999 gründete Musk das Unternehmen X.com und entwickelte mit seinem Team ein Onlinebezahlsystem das über E-Mail funktionierte. Mit diesem Unternehmen ging er im Jahr 2000 eine Fusion mit Confinity ein. Dies war eigentlich ein Konkurrenzunternehmen zu seinem, das PayPal entwickelte. Ein kluger Schachzug, denn PayPal entwickelte sich fortan zum weltweiten Onlinebezahlsystem Nummer 1. 2002 wurde PayPal für 1,5 Milliarden US-Dollar an eBay verkauft. Da Elon Musk mit 11,7% der Firmenanteile der größte Anteilseigner war, füllte dieser Deal mit über 175 Millionen US-Dollar seine Kasse. In unserem Wiki findet Ihr interessantes über PayPal.

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Nun folgte eine Leidenschaft Musks, denn 2002 gründete er das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Dieses Unternehmen transportiert als Dienstleistung Satelliten in den Orbit und versorgt die Raumstation ISS mit regelmäßigen Flügen. Das Militär zählt auch zu den Kunden. Elon Musks erklärtes Ziel ist es, zukünftig bemannte Raumflüge – den sogenannten Weltraumtourismus – anzubieten. Musk hat mit seinem Unternehmen und natürlich den Mitarbeitern beachtliches geleistet. Durch technische Innovation, u.a. die Wiederverwendbarkeit von Hauptrakete und Booster, sowie schlanke Organisationsstrukturen, können die privat finanzierten Flüssigtreibstoffraketen von SpaceX Flüge für ein Drittel der Kosten vergleichbarer staatlich finanzierter Weltraumtransporte durchführen. Sein Business der Weltraumtransporte boomt und spült ihm richtig Geld in die Kasse.

Musk ist Visionär und möchte als perfekte Alternative, zu herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, das Elektroauto der Zukunft herstellen. Dazu investiert er seit 2004 in den Fahrzeughersteller Tesla. Er ist dort nach wie vor CEO und Product Architect des Unternehmens. Dass er die Vision einer besseren Welt verfolgt beweist er u.a. dadurch, dass er im Juni 2014 die von Tesla gehaltenen Patente frei gab, um die Entwicklung von Elektrofahrzeugen auch durch andere – sogar die Konkurrenz – voranzutreiben. Das ist wirklich ein feiner Zug! Wie es heute um Tesla steht lest Ihr gleich weiter unten.

Seine Innovationskraft unterstreicht Elon auch mit den seit 2015 erhältlichen Tesla-Powerwall-Energiespeichersystemen und Solar Roof für private Haushalte und Unternehmen, die ebenfalls Tesla herstellt.

Zusammen mit seinen Cousins Peter Rive und Lyndon Rive gründete Musk 2006 das Unternehmen SolarCity. Das Unternehmen entwickelt, vermarktet und installiert Solarstromanlagen. Servicedienstleistungen wie Finanzierung, Vermietung und Wartung runden das Angebot ab.

Um den Rahmen hier nicht komplett zu sprengen, möchte ich seine weiteren bekannten Unternehmen, die im Wesentlichen noch in den Entwicklungsphasen stecken, nur erwähnen.

Sicherlich gibt es noch mehr Unternehmen an denen Elon Musk beteiligt ist, nur eben noch nicht öffentlich.

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Tesla aktuell – Börsenhandel im Chaos

Elon Musk, bekannt für seine Spontanität und seinen mehr als schwarzen Humor, hat schon öfter mit seinen Tweets die Anleger-Welt erschüttert. Hat er doch beispielsweise als Aprilscherz zum 01.04.2018 veröffentlicht Tesla sei bankrott – „so bankrott, man glaubt es kaum“! Dies wurde an der Börse gleich mit 7% Abschlag des Tesla-Aktienkurses gerächt. Da sollte man als Firmenchef sicher etwas feinfühliger sein, besonders in Zeiten in denen man mit dem Unternehmen extrem hohe, dreistellige Millionenbeträge jedes Quartal verbrennt und bislang tatsächlich noch keine Gewinne eingefahren hat. Bei derart heftigen und leider wiederkehrenden Verlusten ist es keinem Aktionär zu verdenken, dass sein April-Scherz tatsächlich geglaubt wurde.

Doch was passierte Dienstag? Erneuter Tweet-Alarm um Tesla!

Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured.

Zu Deutsch: Er erwäge Tesla bei einem Aktienkurs von 420 Dollar zu privatisieren, also von der Börse zu nehmen. Die Finanzierung dafür sei bereits gesichert. Sendepause… Musk macht es spannend und nimmt erst nach einiger Zeit die Unwissenheit der Leute… Sicherlich nicht unbeabsichtigt.

Einige Stunden vor diesem Tweet-Überfall sind ohnehin Turbulenzen um die Tesla-Aktie aufgezogen. Denn am Aktienmarkt sickerte die Nachricht durch, dass Saudi-Arabien mit seinem vermögenden Staatsfonds erneut seine Tesla-Anteile deutlich ausgebaut hat und dadurch mittlerweile 3 bis 5 Prozent an Tesla hält. Mehrere Milliarden Dollar sollen die „Saudies“ inzwischen in Tesla investiert haben und sich damit unter den acht größten Tesla-Aktionären befinden. Da Tesla nach wie vor laufend Unsummen an Geld verliert und dadurch seine begrenzten Kapitalreserven abbaut, freute die Aussicht auf einen finanzstarken Partner die Anleger offensichtlich so sehr, dass die Aktie einen deutlichen Aufschwung erlebte.

Genau diese Euphorie beflügelte er mit seinem Tweet – und dem darin beiläufig enthaltenen Kursziel von 420 Dollar – so stark, dass das Transaktionsvolumen und der Aktienkurs der Tesla-Aktie so bedenklich stiegen, dass die Technologie-Börse Nasdaq den Handel mit Tesla-Aktien am Nachmittag sicherheitshalber vorübergehend stoppte.

Fraglich bleibt nebenbei, was die US-Börsenaufsicht SEC von dieser Beeinflussung des Handels durch einen Hauptaktionär und CEO hält. ;) Warum das problematisch ist, lest Ihr am Ende. Man hört, dass der Fall bereits von der SEC geprüft wird..

Nun erst schob Musk einige weitere Tweets als Erklärungsversuche nach. Auch diese brachten nicht das gewünschte Licht in's Dunkel, so dass die Verunsicherung der Aktionäre und Mitarbeiter anhielt.

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Musks Gründe – Erklärung auf der Tesla-Homepage

Einige Stunden nach dem ersten Tweet von Musk, wurde auf der öffentlichen Homepage von Tesla in einem Blogpost eine E-Mail desselben Tages, die an die Belegschaft versendet wurde, veröffentlicht. In dieser bestätigt Musk seine Überlegungen Tesla von der Börse zu nehmen (sog. Delisting) und damit zu privatisieren und erklärt auch seine Gründe. Allerdings geht er auch hier nicht besonders in die Tiefe. Zumindest hebt er hervor, dass es derzeit nur eine Überlegung ist und dazu noch keine Entscheidung gefallen sei. An anderer Stelle merkte er übrigens bereits an, dass er mit seiner Beteiligung in Höhe von ca. 20% an Tesla eine solche Entscheidung auch nicht alleine treffen könne. Er wolle Ruhe in die Belegschaft bringen, da starke Aktien-Kursschwankungen der Vergangenheit unnötige Unruhe in die Arbeit bringen. Außerdem wolle er sich auf langfristige Ziele, eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens konzentrieren und nicht auf das Erreichen kurzfristiger Analystenziele, wie sich diese durch regelmäßige Veröffentlichungspflichten durch die Auflagen einer Aktiengesellschaft ergeben. Dass diese Pflichten Musk schon lange ein Dorn im Auge sind, konnte man an seinen fast schon legendären verbalen Ausrastern gegenüber Analysten erahnen, mit denen er diese u.a. bei Pressekonferenzen oder auf Twitter öffentlich in die Schranken verwies. Auch wenn er sich dafür bereits entschuldigen musste. Klar, man kann schon verstehen, dass es für Ihn als CEO keine schöne Aufgabe ist, bei Quartalszahlen zugeben zu müssen, dass die Produktionsziele erneut weit verfehlt wurden und dass Tesla allein im letzten Quartal einen Verlust von rund 718 Millionen US-Dollar erwirtschaftet hat. Aber das gehört eben auch dazu. Aktuell werden die Produktionsziele übrigens endlich erreicht, Verlust wird allerdings noch immer eingefahren. Musk ist überzeugt, dass dies bald besser wird, aber auch das prognostiziert er schon lange... Musk unterstrich aber auch, dass er die bisherigen Tesla-Aktionäre nicht ausgrenzen bzw. benachteiligen möchte. Diese sollen über einen Fonds weiter Anteile an Tesla halten können. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX habe bereits ein solches Modell, führt er als Beispiel an. Dann könne jeder bisherige Anleger entscheiden, ob er seine Anteile an einem privaten, nicht börsennotierten Tesla behalten oder für je 420 Dollar verkaufen möchte. Er garantiere, dass die bestehenden Kleinaktionäre gut bei der Sache weg kommen.

Musk twittert sich reich

Musk hat binnen Stunden über eine Milliarde gewonnen, denn für Ihn selbst hat sich die Kursrally am meisten gelohnt. Da er round about 20 Prozent der Tesla-Aktien hält, profitiert er auch mit 20% an dem in wenigen Stunden entstandenen Kursplus von 5,7 Milliarden Dollar. Das macht für Ihn weit mehr als eine Milliarde Dollar aus. Bedenkt man, dass er das mit einem einzeiligen Tweet ausgelöst hat, wird die Dimension deutlich. Musk ist übrigens für derartige Beeinflussungen des Aktienkurses als "König der Manipulation" bekannt. Ausreichende Reichweite hat er u.a. mit stolzen 22,3 Millionen Followern bei Twitter.

Dass er es aber auch schafft, Tesla trotz vieler Milliarden Verlust immer wieder allen positiv zu vermitteln und dadurch stets neue Investoren zu finden, ist unglaublich beeindruckend. Nebenbei hat er den Aktienwert Teslas seit dem Börsengang vor acht Jahren um 2.100 Prozent, also im Schnitt 262,5% pro Jahr, nach oben getrieben. Das muss man angesicht der jahrelangen, extrem hohen Verluste erst mal schaffen... Hut ab!

Es bleibt spannend, wie es mit Elon Musk und seinem Imperium weitergeht...