Elektro-Auto mit Zuschuss vom Staat

Elektro-Autos auf dem Weg in die Zukunft

Alle reden über die Mobilität der Zukunft, vor allem in Zeiten des Abgasskandales, auf den wir in diesem interessanten Blogpost ausführlich eingegangen sind. Beim Autoverkehr wird die Elektromobilität von einigen – jedoch bei weitem nicht von allen – als Allheilmittel für die Umweltprobleme gesehen. Doch die Bundesregierung hat das ehrgeizige Ziel, dass bis 2020 bereits eine Million Elektro-Fahrzeuge in Deutschland angemeldet sein sollen. Die Zeit wird allerdings knapp. Es wird mit verschiedenen Fördermöglichkeiten und Steuerbefreiungen versucht den Verkauf anzukurbeln.

Fördermöglichkeiten

Das trifft genau eines der Interessen von finanz.management, denn man bekommt Geld vom Staat und spart Steuern! Doch welche aktuellen Fördermöglichkeiten oder Zuschüsse gibt es für Elektro-Autos und wo bekommt man diese?

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) stehen drei Maßnahmengruppen bei der Förderung im Vordergrund. Dies sind zeitlich befristete Kaufanreize, der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie die öffentliche Beschaffung von Elektro-Fahrzeugen.

Die für Privatkunden (alle nicht-staatlichen Kunden) interessante Förderung ist der sogenannte Umweltbonus. Dieser trat am 03.03.2018 mit der neuen Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Kraft. Durch diesen sollen mindestens 300.000 Elektro-Fahrzeuge bis Ende Juni 2019 bezuschusst werden. Die Hälfte des Zuschusses wird übrigens von den Automobilherstellern getragen.

So viel Umweltbonus gibt es:

  • 4.000 € für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge
  • 3.000 € für Fahrzeuge mit einer Kombination aus Elektro- und einem Verbrennungsmotor, sogenannte Plug-In Hybrids, die von außen aufladbar sein müssen
  • 3.000 € für Fahrzeuge, unabhängig vom Antrieb, die keine oder weniger als 50 g CO2-Emissionen pro km vorweisen
  • 3.000 € für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Unter diesen Bedingungen:

  • Gilt nur für Fahrzeuge der Klassen M1 und N1 beziehungsweise N2 soweit diese mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B im Inland geführt werden dürfen
  • Nur für neue, erstmals zugelassene Fahrzeuge
  • Für Fahrzeuge aller Hersteller, die sich am Programm beteiligen
  • Das Fahrzeugmodell muss sich auf der Liste der förderfähigen Elektro-Fahrzeuge hier unter diesem Link (PDF-Download) beim BAFA befinden
  • Für Fahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro für das Basisfahrzeug
  • Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine
  • Für Kauf- und Leasingfahrzeuge
  • Der Bundesanteil am Umweltbonus kann nur dann gewährt werden, wenn der Antragsteller eine verbindliche Bestellung bzw. einen Kauf- oder Leasingvertrag am 06.03.2018 oder später abgeschlossen hat
  • Das Fahrzeug muss im Inland auf den Antragsteller zugelassen werden (Erstzulassung) und mindestens sechs Monate zugelassen bleiben

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Weitere Informationen und vor allem auch die Anträge für den Umweltbonus findet Ihr direkt unter diesem Link beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dort können bzw. müssen die Anträge direkt online gestellt werden.

Der 50%-Bundes-Anteil am Umweltbonus wird nach der Bewilligung und dem Autokauf direkt vom BAFA an den Endkunden ausgezahlt. Man hört, dass die Bearbeitung bzw. Überweisung allerdings durchaus viele Wochen dauern kann. Die zweite Hälfte des Zuschusses wird von teilnehmenden Herstellern gewährt und direkt beim Kauf vom Listenpeis abgezogen.

Die Prämie von bis zu 4.000 € klingt zwar schon ganz gut, jedoch muss man auch bedenken, dass oftmals die Elektrovariante eines Autos mehr als das drei- bis vierfache der Prämie mehr kostet, als das vergleichbare herkömmlich angetriebene Modell. Diesen Mehrpreis kann man auch durch die geringeren Betriebskosten des Elektro-Autos kaum ausgleichen.

Das zweite und dritte Maßnahmenpaket ist für Privatkunden zwar nicht so wichtig, aber der Vollständigkeit halber hier aufgeführt: Mit dem zweiten Maßnahmenpaket in Höhe von 300 Millionen Euro fördert der Bund den Neubau von rund 15.000 Ladesäulen für Elektro-Autos. Denn diese sind letzten Endes eine Grundvoraussetzung für den reibungslosen Betrieb der Elektro-Fahrzeuge.

Ladesäulen für Elektro-Autos mit dafür reservierten Parkplätzen

Das dritte Paket fördert die öffentliche Beschaffung von Elektro-Fahrzeugen. Auf diese gehe ich hier nicht näher ein, da sie für den privaten Autokäufer keine Relevanz hat. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet ganz einfach unter dem oben angegebenen BAFA-Link das Wichtigste.

Kfz-Steuer-Befreiung und mehr

Dass alle Elektro-Autos mit Erstzulassung zwischen dem 18.05.2011 und 31.12.2020 für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden, dürfte für alle Käufer interessant sein. Bei Erstzulassungen bis 17.05.2011 waren es übrigens noch 5 Jahre Steuerbefreiung.

Manche Hersteller oder Händler geben über die genannte Umweltprämie hinaus noch weitere Rabatte, so dass Ihr auf alle Fälle direkt nach dem sogenannten „Hauspreis“ fragen solltet. Man darf nicht vergessen, dass sich die Elektro-Fahrzeuge derzeit noch nicht so rasend verkaufen und das ist immer gut für Verhandlungen und Preisvergleiche.

Ich denke, dass es auch nach dem Auslaufen der genannten Fördermöglichkeiten wieder neue Förderungen geben wird, aber das ist noch nicht festgelegt.

Wer sich für ein kleineres Budget ein Elektro-Fahrzeug kaufen möchte, findet vielleicht unter unserem Blogpost über E-Bikes das Richtige. Dort werden auch die staatlichen Zuschüsse zu E-Bikes beschrieben.

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Da die Förderprogramme für Elektro-Autos zeitlich bzw. nach Volumen begrenzt sind und diversen Auflagen unterliegen empfehlen wir Euch dringend, dass Ihr Euch vor dem Kauf bei dem oben genannten fördernden Ministerium und Eurem Fahrzeughändler über den aktuellen Stand informiert. Wir können ausdrücklich keine Garantie für eine Förderbewilligung übernehmen.